

Die Preisbewegung und der Trend deuten jedoch auf das Risiko einer weiteren Abwärtsbewegung hin.
Momentum-Trader verlassen sich zunehmend auf den vorherrschenden kurzfristigen und mittelfristigen Abwärtstrend, und das technische Bild bleibt zugunsten der Verkäufer. Ein anhaltender Bruch und das anschließende Halten unter dem Mittwochstief bei 3.959 $ würden wahrscheinlich die Überzeugung bestärken, dass XAUUSD bis etwa 3.900 $ fallen und potenziell noch weiter sinken kann.
Es gibt keinen stärkeren Treiber der Marktpsychologie als den Preis selbst.
Bei Gold wird die Preisbewegung oft zum dominierenden Fundament, da sie die Positionierung, die Stimmung und das Verhalten systematischer Investoren beeinflusst. Wenn die Preise fallen, erhöhen trendfolgende systematische Fonds ihre Short-Positionen, Optionshändler sichern ihre Bücher dynamisch ab, indem sie Gold-Futures leerverkaufen, und diskretionäre Investoren werden zunehmend zögerlich, sich dem vorherrschenden Trend entgegenzustellen. Diese Ströme können sich selbst verstärken und den Trend beschleunigen.
Gold hat traditionell am besten abgeschnitten, wenn es Portfolio-Diversifikation durch eine niedrige oder negative Korrelation mit anderen wichtigen Anlageklassen bietet. Da die rollierende Korrelation mit den NAS100- und S&P500-Futures positiv ist und eine statistisch relevante Beziehung aufweist, hat sich dieser Diversifikationsvorteil in den letzten Wochen verringert.
Während des Konflikts zwischen den USA und dem Iran konnte Gold nicht als effektive geopolitische Absicherung fungieren. Trotz starker Bewegungen beim Rohöl fiel die Nachfrage nach Gold stark, wie die Abflüsse aus den GLD- und GDX-ETFs zeigen – was darauf hindeutet, dass die institutionelle Nachfrage nachgelassen hat und systematische Verkäufer relativ wenig Kaufinteresse haben, um das Angebot zu absorbieren.
Ein weiterer wichtiger Gegenwind war der Anstieg der Opportunitätskosten beim Halten eines nicht rentierenden Vermögenswerts.
Das Investitionsthema KI generiert weiterhin außergewöhnliche Renditen in Teilen des Technologiesektors und zieht erhebliche Mittel an, die andernfalls defensiven Vermögenswerten wie Gold zugewiesen worden wären.
Gleichzeitig sind die realen Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen (10-Jahres-Renditen, angepasst an die Inflationserwartungen) auf 2,28 % gestiegen und notieren auf dem höchsten Niveau seit April 2025. Steigende reale Renditen erhöhen die relative Attraktivität von zinstragenden Vermögenswerten und verringern die Anziehungskraft des Haltens von Gold, das kein Einkommen generiert.
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Höhere reale Renditen waren auch ein wesentlicher Treiber des jüngsten Ausbruchs des US-Dollars. Während Gold gegenüber den meisten wichtigen Währungen geschwächt hat – was darauf hindeutet, dass es sich grundsätzlich um eine Goldthematik und nicht nur um die Geschichte eines stärkeren US-Dollars handelt – hat die Aufwertung des Dollars einen weiteren bedeutenden Gegenwind erzeugt.
Die Geldpolitik hat sich ebenfalls erheblich verändert.
Unter dem Vorsitz von Kevin Warsh scheint die Reaktionsfunktion der Federal Reserve zunehmend restriktiv zu sein. Der neueste Dot-Plot zeigte, dass neun von achtzehn FOMC-Mitgliedern in diesem Jahr mit weiteren Zinserhöhungen rechnen, wobei sechs eine kumulative Straffung von 50 Basispunkten oder mehr projizieren.
Die Fed überprüft auch, wie sie ihre Politik kommuniziert, mit weniger Abhängigkeit von der Forward Guidance und größerem Fokus auf eingehende Daten. Diese Veränderung wird voraussichtlich zu größerer Volatilität in den Märkten für kurzfristige Zinssätze führen und das Vertrauen in die Ergebnisse zukünftiger Fed-Sitzungen verringern.
Der Markt diskutiert nicht mehr, wann die erste Zinssenkung erfolgen wird.
"Stattdessen hat sich die Aufmerksamkeit darauf verlagert, wann die nächste Zinserhöhung stattfinden könnte und wie aggressiv dieser Straffungszyklus werden könnte."
Das stellt einen signifikanten Wandel für die Märkte dar.
Höhere politische Erwartungen, steigende reale Renditen und ein stärkerer US-Dollar sind eine herausfordernde Kombination für Gold und haben zur Auflösung vieler der Debasement-Trades beigetragen, die das Metall in den letzten Jahren unterstützt haben.
Es gibt Gründe anzunehmen, dass die Abwärtsrisiken im Laufe der Zeit begrenzter werden könnten.
Die Positionierung auf den Terminmärkten ist nach der jüngsten Korrektur deutlich bereinigt worden, wodurch ein Teil der übermäßigen spekulativen Long-Positionen, die zuvor aufgebaut wurden, reduziert wurde.
Gleichzeitig bleibt die globale Nachfrage der Zentralbanken förderlich. Jüngste Umfragen zeigen, dass die Reservemanager Gold weiterhin positiv einschätzen, da sie ihre Reserven vom US-Dollar diversifizieren, während die chinesische Zentralbank in den letzten Monaten den Goldkauf wieder aufgenommen und beschleunigt hat.
Der Kauf durch Zentralbanken war in den letzten fünf Jahren eines der wichtigsten strukturellen Standbeine, die Gold unterstützen, und sollte weiterhin eine langfristige Nachfragequelle bieten.
Für den Moment bleibt das technische Bild jedoch fest zugunsten der Bären.
Der Preis handelt weiterhin unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten und unter wichtigen Unterstützungsniveaus. Bis XAUUSD 4.115 $ zurückgewinnen kann, deuten die Momentum-Indikatoren darauf hin, dass die Verkäufer die Kontrolle behalten und Rallyes wahrscheinlich frisches Verkaufsinteresse anziehen werden, anstatt nachhaltigen Kaufdruck zu erzeugen.
Letztendlich bleibt der Preis das beste Fundament, da er jede Meinung, jede makroökonomische Sichtweise und jede Positionierungsentscheidung in ein Signal aggregiert.
Derzeit begünstigt dieses Signal weiterhin die Abwärtsbewegung, obwohl die breite Positionierung nun stark zurückgezogen wurde und die Zentralbanken mehr Lärm über die Erhöhung der Goldkäufe in den kommenden 12 Monaten machen.
Sollte der US-Dollar weiterhin an Stärke gewinnen und die realen Renditen steigen, erscheint eine Bewegung in Richtung 3.900 $ zunehmend wahrscheinlich, bevor eine stabilere Basis etabliert werden kann.
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